Bali & Gili

Ich sitze gerade im Flieger zurück nach Singapur und wo soll ich nur anfangen zu erzählen?
Jedenfalls hatte ich eine wundervolle Woche, bin viel herumgekommen und muss gestehen, dass ich mich in die Landschaft verliebt habe… Doch nun alles der Reihe nach:

Dienstag – Ankunft in Bali
Mein Flug ging sehr früh und so musste ich um 5h morgens aufstehen (3h Schlaf), andererseits hatte ich so fast den ganzen Tag in Bali. Den ersten Tag habe ich in Kuta verbracht, der Touristenstadt schlechthin: man kommt keine 5 Meter weit ohne von Verkäufern angesprochen zu werden! Da heißt es dann meist: Excuse me Darling / Bro‘, wanna look? (Ich denk mir dann jedes Mal: Ich bin nicht dein Darling und jetzt lass mich in Ruhe!) Überall Souvenirshops, Massageangebote, an jeder Ecke ein Tattoostudio und nicht zu vergessen die Mopeds, die das Straßenbild dominieren. Es kann sehr anstrengend werden durch die Straßen zu laufen: wirft man auch nur einen Blick zu viel auf etwas wird man von den Verkäufern verfolgt. Beinahe jedes Taxi hupt einen an, in der Hoffnung auf Kundschaft, ständig wird man angesprochen ob man ein Transportmittel (also Moped) benötigt, eine Massage möchte, sich die Haare flechten lassen möchte, kopierte DVDs kaufen möchte… und nachts werden einem dann sogar noch Drogen angeboten, auf Drogenbesitzt steht in Indonesien aber wohlbemerkt die Todesstrafe… Aber Magic Mushrooms sind offenbar legal und an jeder Ecke im Laden käuflich – versteh das mal einer!
Verkehrsregeln gibt es auf Bali auch nicht wirklich, hier gibt es nur 2 Regeln: immer Hupen (beim Überholen = Nationalsport, an unübersichtlichen Stellen, usw.) und ja nicht in eine Polizeikontrolle geraten (falls doch ist meist mit „Bußgeldern“ zu rechnen, da die Polizei sich gerne etwas dazuverdient, auch wenn man nichts getan hat).
In Kuta ist also immer etwas los, am besten dunkle Sonnenbrille aufziehen, sich taubstellen und stur vorbei laufen…

Ich habe einige Stunden am Strand verbracht, der zahlreiche Surfer anzieht und zum Sonnenbaden einlädt. Später bin durch die Gassen geschlendert, zahlreiche kleine Tempel mit Blumenopfer bewundert und habe im art market ein paar typische Mitbringsel gekauft. Am Abend ging es ich dann zusammen mit anderen Deutsche richtig lecker BBQ essen und am nächsten Tag zu den Gili Inseln.

Mittwoch – Gili Trawangan

Per Speedboot ging es zu den kleinen Gili Inseln, die zu Lombok gehören… Hier sind keine motorisierten Fahrzeuge erlaubt, also gibt es Pferdekutschen! Doch die Pferde sehen meist ziemlich ungesund und abgemagert aus und wie wir später erfahren haben, kommt das daher, dass die Pferde aus Kostengründen mit Salzwasser getränkt werden und so nur noch eine Lebenserwartung von ca. 2 Jahren haben. Arme Tiere… Wir sind auf der Hauptinsel Trawangan gelandet, auch die Partyinsel genannt. An der Hauptstraße  direkt am Strand reihen sich Restaurants, Cafés (mit Magic Mushroom Shakes), Unterkünfte, Shops und Tauchschulen. Dennoch geht es hier viel gemütlicher als in Kuta zu, die Händler sich nicht so aufdringlich, man kann nicht von Mopeds angefahren werden, nur von Pferdekutschen überrannt werden 😉 Wir haben dann zum Glück recht schnell eine Unterkunft gefunden: ein Hostel, das erst gerade aufgemacht hat und noch nicht einmal alle Zimmer fertig renoviert waren. Es wirkte sehr gemütlich und moderen im Gegensatz zu anderen Unterkünften, die nicht sehr vertrauenserweckend aussahen und ihre beste Zeit schon hinter sich hatten!

Dank Regentag wurde es sehr ein sehr gemütlicher, fauler Tag: Im überdachten Restaurant direkt am Meer Schnitzel(!) schlemmen und später auf der überdachten Dachterrasse des Hostels faulenzen und einen Tätowierer bei seiner Arbeit beobachten. Einige Gäste haben sich hier stechen lassen, als Desinfektionsmittel wurde zunächst Bier, dann Handhygienegel benutzt, Handschuhe wurden später nachgekauft… Von sterilen Nadeln und AIDS hat hier noch nie jemand etwas gehört 😉

Donnerstag – Tauchen und Schnorcheln auf Gili Trawangan

Endlich gutes Wetter, also ab ins Wasser! Zunächst war ich vom Strand aus Schnorcheln, glasklares Wasser, viele Fische und künstlich angelegte „Rankhilfen“ für Korallen, u.a. in Form eines Motorrades. Später ging es mit dem Tauchboot zum Sharkpoint, Riffe in 18m Tiefe bestaunen 🙂 Riffhaie habe ich leider keine gesehen, dafür jede Menge Fische und Riesenschildkröten. Abends war ich noch auf dem Niachtmarkt und habe mir den Bauch mit indonesischen Köstlichkeiten zugeschlagen.

Freitag – zurück aufs „Festland“

Am Morgen bin ich alleine zurück nach Bali, diesmal zur Westküste, wo ich den Tag in dem verschlafenen Ort Candidasa verbracht habe. Mein Hotel lag direkt an der Küste, das Restaurant unmittelbar am Meer und mein Zimmer hatte Meerblick… Ein Traum… Vom Hotel aus habe ich eine Tour gebucht und es ging mit dem Moped 3 Stunden auf Erkundungstour in der Umgebung. Ich hatte einen Fahrer, saß also hinten drauf. Ich bin noch nie Moped oder Motorrad gefahren und kann nur sagen: es ist ein tolles Gefühl und ich habe die Fahrt richtig genossen. Die Landschaft war idyllisch: kleine Dörfer, Reisterrassen, Palmenhaine, Vulkanlandschaften. Den ersten Zwischenstopp haben wir in Titra Gangga eingelegt um den Wasserpalast zu besichtigen. Die Atmosphäre war hier so romantisch und nur wenige Touristen störten die friedliche Stille, eine schöne Gartenanlagen und zahlreiche Wasserbecken und Brunnen luden zum Verweilen und Entspannen ein. Das nächste Ziel war wieder ein Wasserpalast, diesmal in Ujung. Die Anlage war nicht ganz so atemberaubend wie die erste, aber dennoch ein wunderbarer Ort für einen Spaziergang. Den späten Nachmittag habe ich an einem einsamen weißen Sandstrand verbracht und dem Rauschen des Meeres zugehört. Es war ein wundervoller Tag und spätestens jetzt hatten mich Bali und seine Landschaft in ihren Bann gezogen.

Samstag – Wracktauchen in Tulamben

Die Tauchschule hat mich morgens abgeholt und in das 1,5 Stunden entfernte Tulamben gefahren, wo direkt vor der Küste die U.S.A.T. Liberty liegt, ein Relikt aus dem 2. Weltkrieg. Mein balinesischer Tauchlehrer war auch mit im Auto und ich hatte wohl das interessante Gespräch der Woche während dieser Fahrt. Es war faszinierend direkt mit Einheimischen zu reden und ich habe tiefe Einblicke in ihr Leben bekommen. Getaucht wurde vom Strand aus, das Wrack liegt keine 100m vom Ufer weg und wer jetzt ein unversehrtes Schiff erwartet liegt falsch, das Meer und seiner Bewohner hatten es sich hier schon sehr gemütlich gemacht.
Am Abend ging es dann zurück nach Kuta und da mein Hotel Stromausfall hatte, musste ich mich im Kerzenlicht zurechtfinden. Deshalb bin ich dann schnell zum Italiener geflohen, um nach zwei Monaten Pizzaentzug endlich wieder eine frische Steinofenpizza zu genießen und ich habe dabei noch eine nette Bekanntschaft mit einem Kalifornier gemacht.

Sonntag – Ubud und Umgebung

Wie immer bin ich früh aufgestanden, um etwas vom Tag zu haben und diesmal habe eine Tour nach Ubud gemacht. Es ging durch zahlreiche Städte, Reisterrassen und Dörfer, die sich auf Kunsthandwerk spezialisiert haben. Ich habe Frauen beim Weben von Stoffen und Herstellen von Batik beobachtet, Künstler beim Schmieden, Meißeln und Malen… Einige Kunstwerke hätten sich hervorragend im Wohnzimmer oder im Garten gemacht, allerdings ist es mir rätselhaft, wie ich ein quadratmetergroßes Gemälde oder eine 100kg schwere Skulptur nach Deutschland transportiert hätte. In einer Kaffeeplantage habe ich Kopi Luwak probiert, auch Katzenkaffee genannt, die teuerste Kaffeesorte der Welt, die aus Exkrementen hergestellt wird. Klingt ziemlich ekelhaft, schmeckt aber lecker! Ich hatte meine 5€ teure Tasse schwarz, der Kaffee war angenehm mild und doch sehr aromatisch, Milch habe ich nicht vermisst – obwohl ich meinen Kaffee ja am liebsten mit viiieel Milch trinke. Später ging es weiter hinaus, auf einen Hügel mit bester Aussicht auf den Vulkan Batur, anderen Bergen und dem Batursee.
Im Affenpark bei Ubud kam ich hautnah an unsere tierischen Verwandten heran und einer ist mir sogar (ungefragt) von hinten auf die Schultern gesprungen. Es war ein sehr erlebnisreicher Tag und um die nächsten 2 Monate in Singapur zu überleben gab es wieder Pizza 🙂

Montag – Surfen, Massage und Abflug

Letzter Tag und Pflichtprogramm für jeden Touristen! Am Vormittag ging es Surfen und die Bedingungen waren traumhaft, als ich letztes Jahr in Südfrankreich meine Stehversuche auf dem Brett gestartet hab, war es dort weitaus schwieriger! Später habe ich dann noch bei einer Massage entspannt und feststellen müssen, dass ich mir pünktlich zum Ende des Urlaubs noch einen kleinen Sonnenbrand geholt habe!

Bali war traumhaft, touristische Städte sind dank der Händler etwas anstrengend, aber das Wetter, das Meer und die idyllische Landschaft entschädigen. Ich wäre gerne noch ein paar Tage geblieben und bin mir auch sicher, dass ich hierher zurückkommen werde!

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