Australien Teil 2: Von Sydney nach Cairns – und zurück

Ich hatte rechtzeitig daran gedacht ein Hostel für Sylvester zu buchen, aber leider nicht bedacht, dass die meisten, dann auch wieder weiterreisen wollen. So kam es, dass der Greyhoundbus die Tage nach Sylvester restlos ausgebucht war. Und ich musste meine nächsten Stationen auch schon alle buchen, da größtenteils schon alles nach Brisbane hoch ausgebucht war. So viel zu meinem Plan, spontan zu entscheiden wann es weitergeht, je nachdem wie gut es mir gefällt.

Newcastle

Um meine Reise starten zu können, bin ich auf den Zug ausgewichen und nach Newcastle gefahren. Als ich ankam, war mein erster Gedanke: Kleinstadtfeeling! Nach einer Woche in Sydney ging es hier doch sehr überschaubar und gemütlich zu. Am Abend ging es zum kostenlosen Pastaessen, das vom Hostel organisiert wurde. Als Kinderportion kann man das noch nicht mal bezeichnen, es gab nicht mehr als eine Handvoll Nudeln! Das Restaurant spekulierte wohl darauf, dass die Leute dann auch noch Getränke kaufen und noch etwas nachbestellen würden… Mit den Leuten an meinem Tisch ging es dann erstmal noch einkaufen und wir kochten zusammen eine anständige Bolognese, von der dann auch jeder satt wurde…
Insgesamt hatte ich eine sehr gemütliche Zeit in Newcastle, ich ging ans Meer und lief den Strand entlang zum Leuchtturm, das Wasser war mir zum Baden dann doch zu kalt. Ich genoss es den Menschenmassen von Sylvester entkommen zu sein und sog die ruhige Atmosphäre in Newcastle auf.

Port Macquarie

Kleiner Idyllischer Ort, direkt am Wasser und abends lebhafte Stimmung am Ufer  – hier hätte ich auch länger bleiben können! Ein Spaziergang führte am Hafen entlang, wo sich Leute mit bunten Gemälden auf Steinen am Ufer verewigt hatten. Surfer und Bodyboarder wetteiferten um die besten Wellen und an Land wurde geskatet.
Eine Schiffstour führte mich in die Lagune, wo Gelegentlich Delfine zu beobachten sind. Leider hatte ich Pech… Dafür begegneten mir Pelikane, eine tote Riesenschildkröte, die an der Oberfläche trieb und ein Känguru, das uns von einer Halbinsel aus doof anstarrte.
Port Macquarie beherbergt ein Koala Krankenhaus, das verletzte Tiere wieder aufpäppelt. Seien es Opfer von Verkehrsunfällen, Buschbränden und schlicht erkrankten Tieren, hier wird allen geholfen! Bei einer Führung wurden einzelne, sehr ergreifende Lebensgeschichten erzählt, manche Koalas schienen richtige Pechvögel zu sein und waren hier in guten Händen.

Coffs Harbour

In Coffs Harbour machte ich gerade nur für eine Nacht halt, ich kam abends an und nutzte die letzte Stunde Sonnenlicht noch für einen Strandspaziergang. Um 6h morgens ging die Reise schon weiter. In Erinnerung ist mir geblieben, dass die Mädels in meinem Zimmer sich trotz herrschender Hitze unbedingt auch noch im Zimmer die Haare föhnen müssten und es im Zimmer unerträglich heiß war – Klimaanlage gab es leider keine. Als ich am Morgen losfuhr, hatte die Küche leider noch geschlossen, was ich am Vorabend nicht bedacht hatte, und so waren meine ganzen Lebensmittel verloren. Das war ziemlich ärgerlich, da ich ziemlich gut ausgestattet war und der Vorrat bestimmt noch für 2 Wochen gereicht hätte. Zur Erklärung: ich wohne in Hostels die mit Küche ausgestattet sind und man sich selber sein Essen zubereitet. Es gibt zahlreiche Kühlschränke und Schränke in die man seine Lebensmittel lagern kann. Das ganze wird noch mit einem Namenszettel inkl. Zimmernummer und Aufenthaltsdauer versehen. Außerdem gibt es immer noch ein Gemeinschaftsfach für z.B. Salz oder Lebensmittel, die man nicht mehr braucht, bzw. nicht mitnehmen kann. Leider gibt es auch immer wieder Diebe, mir wurden im Laufe meines Aufenthalts in Australien lediglich ein paar Eier und mein Orangensaft entwendet. Über den Orangensaft war ich dann doch ziemlich sauer, weil ich mich schon auf ein gutes Frühstück gefreut hatte!
Seit ich meine Kochsachen verloren habe, trinke ich keinen Kaffee mehr! Der erste Entzug seit Jahren, aber halb so schlimm… Ich trinke nun schon seit Monaten Pulverkaffee und kann es langsam nicht mehr sehen und schmecken 😉 So hatte ich keinen Anlass mir wieder Kaffee zu kaufen, der mir gar nicht schmeckt. Die Möglichkeit sich Filterkaffee zu machen, gab es nirgends.

Byron Bay

Viele die ich unterwegs kennen gelernt habe, schwärmten von diesem Ort – ich war neugierig und wurde enttäuscht! Ich bezweifle, dass in diesem Städtchen überhaupt Einheimische wohnen, hier herrscht Tourismus pur, die ruhige, gelassene Stimmung war hier passé… Ich schloss mich der Tour zum Leuchtturm an, um dann festzustellen, dass unser „Guide“ vom Hostel selber noch nie dort war und den Weg nicht kannte. Also drehten wir  eine kleine Extrarunde und da das Tempo keine Zeit zum Fotografieren zuließ, verlor ich irgendwann den Anschluss. Nicht weiter schlimm, da ich mit GPS den Weg besser kannte und so genügend Zeit hatte mir die Landschaft anzuschauen…
Ich kam am östlichsten Punkt (Festland) Australiens vorbei und der Weg zum Leuchtturm war wirklich steil… Zugegeben, die Strände sind hier schön, aber 30AUD Miete für ein Surfboard ist dann doch etwas übertrieben…

So langsam bekam ich Heimweh – nicht etwa nach Deutschland, sondern nach Singapur! In Australien ist alles übermäßig teuer, liegt zum einen am schlechten Wechselkurs, aber auch daran, dass die Leute hier viel verdienen. So wird man schnell sein Geld los, alleine für Unterkunft und Essen und wenn man dann noch etwas unternehmen möchte, wird es richtig teuer. In Asien habe ich kaum aufs Geld geachtet, Eintrittsgelder lagen meist bei ca. 1€, sonstige Aktivitäten waren auch kaum teurer und Massagen gab es für unter 10€… In Australien hingehen zahlt man schnell mal 30 AUD Eintritt, Kajaken mit Delfinen kostet 60 (hätt ich ja gerne gemacht, aber eindeutig zu teuer) und für eine Massage ist man schnell mal 100 AUS los. Es macht hier also nicht wirklich Spaß etwas zu unternehmen, da einem jedes Mal bewusst wird, wie überteuert alles ist. Insbesondere wenn man asiatische Preise gewohnt ist. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich bei mir Heimweh nach Asien einstellte, ich das Essen und das unkomplizierte Leben vermisste. In Australien habe ich wirklich den halben Tag faul am Strand verbracht, mich stundenlang mit anderen Backpackern ausgetauscht und nicht wirklich viel unternommen. Und da es hier auch nicht wirklich anders als in Europa zugeht, kann ich auch wenig Interessantes berichten. Die Leute sind hier sehr locker drauf, man spricht sich mit Vornamen an, auch am Flughafen beim Zoll tragen die Beamten Namensschilder mit dem Vornamen darauf. Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit ist verboten, da sind die Beamten dann doch sehr strikt. Auch in den Hostels hängen Schilder, dass nur auf dem Grundstück Alkohol getrunken werden darf, zwischen vorgegebenen Uhrzeiten und Trinkspiele sind meistens auch verboten. Und an den Fußgängerampeln wartet man ein halbes Jahrhundert – wird nur grün wenn man drückt und das erst bei der nächsten Ampelphase – also laufen alle über rot, wenn es gerade frei ist. Das waren eigentlich auch schon die größten Unterschiede!

Brisbane

Als ich im Hostel ankam, musste ich erst einmal feststellen, dass die Buchung, die die Rezeption im Hostel davor für mich gemacht hatte, im System hängen geblieben war. Ich hatte großes Glück und bekam gerade noch den letzten Platz und für denselben Preis ein 3er statt 6er Zimmer. Erst am späten Nachmittag traute ich mich heraus, die Temperaturen waren unerträglich und die Sonne knallte so richtig, dass ich im Nu Kopfschmerzen bekam. Man sollte die Sonne hier nicht unterschätzen, aber sie war weniger schlimm als ich erwartet hatte. Im Gegensatz zu Singapur, ist es hier selten bewölkt und die Sonne sticht und blendet, dass es manchmal richtig unangenehm sein kann. Es mag zwar etwas kühler sein, aber wer freiwillig in die Mittagsonne rausgeht, ist selber schuld, wenn er sich einen Sonnenbrand holt. Ich habe die ganzen 4 Wochen lang aufgepasst und mich immer eingecremt und hatte so nie ein Problem, wohingegen ich viele krebsrote Prachtexemplare gesehen habe, die sich am Strand weiter grillen mussten.
Ich nahm die kostenlose Fähre und fuhr vom einen Ende der Stadt zum anderen und hatte so eine tolle Tour und sah die Stadt bei Tag und bei Sonnenuntergang.

Rainbow Beach und Fraser Island

Nächste Station war Rainbow Beach, der ideale Ausgangspunkt zu Fraser Island, einer großen Sandinsel auf der es erstaunlicherweise eine sehr vielfältige Vegetation gibt und Süßwasserseen. Ich buchte eine Tour und es ging mit einer Art Monster-Truck-Bus hin. Weshalb, das stellte sich bald heraus, denn es gab quasi keine befestigten Straßen. Per Fähre gelangten wir hinüber und ich bekam sogar Delfine zu Gesicht und weiter ging es auf der wohl schlimmsten Straßen die ich jemals erlebt habe, da können auch die schlimmsten Straßen in Kambodscha und Indonesien nicht mithalten. Diese „Straße“ hat die besten Jahre hinter sich und wurde wohl seit einem halben Jahrhundert nicht mehr erneuert. Wir waren leider zunächst gezwungen diese zu nehmen, denn dank starker Flut war der Strand gerade mal ein paar Zentimeter breit. So ging es diese extrem staubige Schotterstraßen entlang und wer sich jetzt fragt, was daran so schlimm ist: Schlaglöcher, alle paar Zentimeter und dazu noch richtig Tiefe. Auf dem Weg zum McKenzie Lake gab es dann Teilweise auch Höhenunterschiede von einem gefühlt knappen Meter, die dann durch Bleche überbrückt wurden. Der See war wirklich ein Traum, kristallklar, schöner Sandstrand, umgeben von Regenwald, aber nur zu viele Leute – wie immer 😉  Auf der Rückfahrt konnten wir endlich am Strand entlang fahren, da inzwischen Ebbe war und so viel Platz bot und nebenbei auch sehr bequem und eben war. Hier habe ich auch ein freilaufendes Dingo gesichtet, auf der Insel hängen überall Hinweis Schilder, auf seine Kinder zu achten, nichts Essbare wegzuwerfen etc., da die Dingos durchaus gefährlich werden können und es auch schon Todesfälle gab.

Mittlerweile hatte sich bei mir das „schon-wieder-ein-Strand“-Feeling eingestellt und war schon ziemlich gelangweilt, meine Tage am Strand zu verbringen, so chillte ich Abends lieber mit netten Leuten auf der Veranda.

Airlie Beach

Mit einem kleinen Zwischenstopp in Hervey Bay ging es nach Airlie, schöne Nachtfahrt, die 13h dauerte und ziemlich unbequem war. Zudem war der Busfahrer alles andere als freundlich und ließ sich von jedem auch noch neben dem Busticket einen Ausweis zeigen und sorgte gern für Recht und Ordnung. Von Airlie Beach ging es dann auf einen zweitägigen Segeltripp zu den Whitsundays, einer Inselgruppe direkt vorm Festland. Schönes Wetter, traumhafte Strände, u.a. der Whiteheaven Beach, der als einer der schönsten der Welt gilt. Wir hatten leider etwas Pech, denn zum einen konnten wir nur mit Ganzkörperanzügen in Wasser, aufgrund der gefährlichen Quallen, zum anderen herrschte an Land eine Fliegeninvasion. Diese Bremsen gingen auf jeden und alles los und wenn man sich ihrer nicht sofort entledigte, wurde man gebissen. Absolut kein Spaß, da half auch kein Insektenspray, so wurde man mindestens von 10 Viechern belagert und war beschäftigt diese loszuwerden… So viel zu Traumstrand, für mich ist er als Fliesheaven Beach in Erinnerung geblieben. Am zweiten Tag ging es Tauchen und ich war dann doch etwas enttäuscht, die Sichtbarkeit war richtig schlecht, wir mussten richtig aufpassen uns nicht aus den Augen zu verlieren… Die zwei Tage verbrachte ich meist lesend an Deck im Schatten der Segel. Wie schliefen auch an Bord, in winzigen Kojen, kann mich glücklich schätzen, so klein zu sein, größere hatten Mühe sich ganz auszustrecken.

Magnetic Island

Nächste Station war Townsville, von hier aus ging es per Fähre zu Magnetic Island und ich hatte richtig Glück und hatte das Zimmer für mich alleine, leider gab es keine Klimaanlage , denn es war extrem heiß und schwül. Nach einem kleinen Spaziergang gabs einen kostenlosen Sekt am Strand zum Sonnenuntergang. Am nächsten Morgen ging es dann schon weiter zu meiner nächsten Station.

Cairns

Es regnete! Zum ersten Mal seit ich in Australien bin und es war angenehm frisch. Zu meinem Erstaunen, hatte diese Shoppingmall schon nach 19h zu… Abends stürmte es dann noch und ich machte mir leicht Sorgen, denn am nächsten Tag sollte es zum Great Barrier Reef rausgehen. Es regnete natürlich immer noch: passende Kleidung: Badelatschen, Boardershorts, Bikini und Regenjacke 😉 Die Tour fand zu meinem Glück statt, hätte mich doch sehr geärgert wenn ich nicht im Great Barrier Reef tauchen gewesen wäre. Ich hatte 3 Tauchgänge und war nach den Whitsundays doch sehr postiv überrascht, schöne Korallen, bunt, viele Fische und die Sichtbarkeit war auch super, wir bekamen sogar eine Murräne zu Gesicht. Tolle Tour, ich habe wieder einmal sehr nette Leute um mich gehabt, aber wir waren uns einig, dass es im roten Meer in Ägypten noch farbenprächtiger ist. Und da es den ganzen Tag wie aus Kübeln goss, war am Abend auch nicht mehr viel geboten.

Da war mein Trip auch schon zu Ende! Per Flieger ging es dann am nächsten Tag nach Sydney zurück und am nächsten Tag dann nach Singapur, wobei ich eine halbe Ewigkeit in Sydney am Flughafen warten musste, da der Flug 3,5h verspätet war.

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