Erfahrungsbericht: Auslandssemester an der Nanyang Technological University (NTU), Singapur

Erfahrungsbericht und kleiner Leitfaden für zukünftige Austauschstudenten über mein

Auslandssemester an der
Nanyang Technological University, Singapore
Digital Animation | School of Art, Design & Media
Wintersemester 2012/2013

 Warum Singapur?

Schon früh stand fest, dass ich ein Auslandssemester machen wollte. Ich habe es immer bereut während der Schulzeit keinen längeren Austausch gemacht zu haben oder nach dem Abitur nicht ein wenig herumgereist zu sein. Da ich audiovisuelle Medien studiere und mich auf Computeranimation spezialisiere, kamen als englischsprachige Partneruniversitäten nur die NTU in Singapur, die Abertay University und die UWS in Schottland in Frage. Singapur war mein klarer Favorit, mich reizte die Ferne und eine fremde Kultur kennen zu lernen – ein Winter in Schottland entsprach nicht gerade meinen Traumvorstellungen…

Vorbereitungen

Beim Arzt sollte man abklären lassen, ob Impfungen aufgefrischt werden müssen bzw. ob zusätzliche empfohlen werden. Wer plant viel zu reisen, ist im Tropeninstitut in Tübingen gut aufgehoben und bekommt eine fachkundige Beratung. Aufgrund der Impfabstände ist es ratsam sich früh darum zu kümmern.
Des Weiteren sollte man sich Gedanken über eine Kreditkarte machen mit der im Nicht-EU-Ausland kostenlos Geld abgehoben werden kann (z.B. DKB oder Comdirect).
Für den Abschluss einer Auslandskrankenversicherung empfiehlt es sich die zahlreichen Angebote der Versicherungen zu vergleichen. Ich habe mich für die HanseMerkur entschieden, da diese mehr abdeckt als beispielsweise der ADAC.
Die NTU empfiehlt den Flug erst zu buchen, wenn man das Welcome Package erhalten hat. In meinem Fall kam das Welcome Package ca. 2 Monate vor Semesterstart – ich wollte aber nicht solange warten und sichergehen, dass ich noch einen günstigen Flug  bekomme. Wer mehr Gepäck mitnehmen möchte, sollte sich vorher bei der Airline erkundigen: Bei der Lufthansa gibt es die Option einen 2. Koffer mit 23kg gegen Zuzahlung mitzunehmen. Anfang 2012 waren es noch 50€, mittlerweile sind es 150€. Das Handgepäck wurde bei mir nicht gewogen und konnte so deutlich mehr als 8kg an Bord nehmen.

Welcome Package

Nach erfolgreicher Online-Bewerbung bekommt man einige Monate später das ersehnte E-Welcome Package per Mail zugeschickt, erhält so seine Matrikelnummer und Zugangsdaten, sowie den Visumsantrag. Ich hatte mit der Anmeldung auch 10 Kurse angegeben, die ich gerne belegen würde. Leider werden nicht immer alle angeboten, bzw. können nicht von Austauschstudenten belegt werden. So wurden mir nur 3 Kurse bestätigt und ich hatte die Möglichkeit noch welche nachzumelden. Viele ADM Kurse sind sehr beliebt und haben nur begrenzte Plätze, da sie oft im PC-Pool stattfinden. Dabei werden die Plätze wohl nach Anmeldereihenfolge vergeben, so dass man nur mit viel Glück seine favorisierten Kurse bekommt. In den ersten zwei Vorlesungswochen hat man noch einmal die Möglichkeit seine Kurse umzuwählen und kann auch auf eventuell freiwerdende Plätze hoffen. Nach Ablauf dieser Add/Drop-Phase werden die Kurse verbindlich zur Prüfung angemeldet.

Visum

Als Deutscher braucht man für die Einreise nach Singapur kein Visum, ein Stempel im Reisepass berechtigt zu einem Aufenthalt bis zu 90 Tagen. Allerdings dauert das Semester etwas länger und nicht jeder hat ein Rückflugticket vorzuweisen.

Mit den Unterlagen aus dem Welcome Package kann man sich bei der ICA (Immigration & Checkpoints Authority of Singapore) online für den Student‘s Pass, das Studentenvisum registrieren. In der ersten Vorlesungswoche wird ein Sammeltermin auf dem Campus organisiert, wo man seine Unterlagen bei der Behörde abgibt. Etwa 2 Wochen später erhält man seinen Student’s Pass in Form einer ID-Karte. Während diesem Zeitraum darf man Singapur nicht verlassen.

Wohnen in Singapur

Die Wohnheimsplätze auf dem Campus sind sehr beliebt und die NTU kann nicht garantieren, dass jeder einen Platz bekommt. Auch Austauschstudenten nehmen an einem Losverfahren teil und nur etwa 50% erhalten einen Platz. Wie ich später erfahren habe müssen die Einheimischen sich sogar zusätzlich bei den Hall Activities  engagieren um sich ihren Platz zu sichern.
Kurz vor Semesterbeginn wird das Ergebnis des Losverfahrens im Onlineportal veröffentlicht, so dass, im Falle, dass man leer ausgegangen ist, kaum Zeit bleibt sich nach etwas anderem umzuschauen.
Ich hatte das Glück in Hall 15 unterzukommen, eines der neuesten Wohnheime, sogar mit Klimaanlage (allerdings kostenpflichtig). Mein Zimmer hat 220 SGD im Monat gekostet, ein WG-Zimmer in der Stadt ebenfalls mit 2er Belegung liegt bei 600-1000 SGD im Monat! Es ist also gut verständlich warum die Wohnheime so beliebt sind und man sollte sich über die zusätzliche finanzielle Belastung im Klaren sein, wenn man keinen Wohnheimsplatz erhält.
Insgesamt gibt es 16 Wohnheime, die ältesten haben keine Klimaanlage und wenn man das Wetter noch nicht gewohnt ist, kann das sehr unangenehm sein. Das Zimmer teilt man sich mit einem Mitbewohner desselben Geschlechts, oft werden zwei Exchange Students im selben Zimmer untergebracht – meine Mitbewohnerin war eine Deutsche aus Hamburg. Dusche/WC gibt es auf der Etage und das Wohnheim bietet zusätzlich Gemeinschaftsräume wie TV-Raum, Lese-Raum, Fitness-Raum, Waschküche und Küche.
Allerdings konnte ich mit meiner Küche nicht besonders viel anfangen, es gab eine Kochplatte, eine Mikrowelle und einen Wasserboiler. Das liegt daran, dass die wenigsten Singapurer kochen und stattdessen lieber Essen gehen. So gibt es auf dem Campus zahlreiche Kantinen, die 7 Tage die Woche den ganzen Tag über geöffnet haben und so zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen einladen. Die Kantinen ähneln Food Courts, es gibt also verschiedene Stalls, die ganz unterschiedliche Speisen anbieten. Das Angebot reicht von Chinesisch über Indisch bis Vietnamesisch und es werden sogar „German Sausages“ verkauft. Die Kantinen unterscheiden sich alle und bieten so abwechslungsreiches Essen. Ich habe es nie geschafft alle Stalls in allen Kantinen auszuprobieren.

Ankunft in Singapur

Die Wohnheime sind einige Tage vor Semesterbeginn beziehbar und wie der Zufall es wollte, habe ich bei meiner Ankunft am 1. August genau den ersten Tag erwischt. Start der Welcome Week war der 6. August und eine Woche später begann auch schon die Vorlesungszeit.
Es gibt kein Buddysystem und so ist man ganz auf sich alleine gestellt. Ich hatte das Glück schon einige Singapurer an der HdM kennen gelernt zu haben, die mir am ersten Tag geholfen haben mich zurechtzufinden.
Im Internation Student Centre (ISC) regelt man alles Organisatorische und bekommt seinen Studentenausweis und ein kleines Welcome Package: einen Rucksack, Trinkflasche,  Stifte, Knabbereien und Info-Broschüren. Der Campusplan hilft dabei die ersten Tage nicht verloren zu gehen 😉 Man hat auch die Möglichkeit sich für Aktivitäten in der Welcome Week anzumelden, leider ist das Angebot sehr beschränkt und die Plätze knapp. Ich war bei der Stadtführung und der Night-Safari dabei.
Es gab nur eine offizielle Veranstaltung während der Welcome Week, wo über 500 Austauschstuden begrüßt wurden und wir Informationen über Fächerwahl, Krankenversicherung usw. erhielten. So ist man über den Semesterbeitrag automatisch krankenversichert und kann den Arzt auf dem Campus kostenlos besuchen, es empfiehlt sich dennoch in Deutschland eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen um auch auf Reisen versichert zu sein oder im Ernstfall zurückgebracht zu werden.
Ich war von der Welcome Week etwas enttäuscht, da ich mir zahlreiche Aktivitäten und Führungen erhofft hatte.

Studium

Ich habe an der ADM (School of Art, Design, Media) „Digital Animation“ studiert und drei Vorlesungen (eigentlich Tutorials) belegt: Editing, Lighting & Rendering und Rigging und hatte an zwei Tagen die Woche Uni. Das mag auf den ersten Blick richtig wenig erscheinen, ist es aber nicht. Ich hatte jede Woche Assignments, die je nach Fach, dann auch mehrere Tage in Anspruch nahmen. So blieb mir dann letztendlich ein reguläres Wochenende an Freizeit. Empfohlen werden max. 5 Kurse, um als Exchange noch etwas Zeit für anderes zu finden, sollte man nicht mehr als 4 belegen.
Es wurde in einem Computerraum praktisch unterrichtet, ca. 20 Studenten, so dass der Dozent auf jeden einzelnen eingehen konnte. Die Professoren waren extrem locker, die Studenten meist etwas schüchtern und dank Klimaanlage herrschte eine gefühlte sibirische Kälte und es war tatsächlich ratsam lange Kleidung zu tragen.

Da ich nur Tutorials belegt habe, hatte ich Anwesenheitspflicht und musste viele Hausaufgaben machen. Schwänzen geht nicht, da Anwesenheitspflicht besteht und in die Endnote mitreinzählt. So arbeitet man konstant mit, hat über das Semester einige Abgaben und gegen Ende hin eine größere. Aber der Prüfungsstress ist ausgeblieben, es gab für meine praktischen Fächer nämlich keine! In anderen Studiengängen ist es eher wie gewohnt: meine Mitbewohnerin hat Verfahrenstechnik studiert, hatte “klassische” Vorlesungen im großen Hörsaal ohne Anwesenheitspflicht mit Pfrüfungen am Ende des Semesters.

Ungewohnt waren auch die Vorlesungszeiten. Zwei meiner Kurse fanden von 19.30 – 22.30 statt, da viele Dozenten von extern kommen und tagsüber bei Lucasfilm / ILM arbeiten.

Die Vorlesungen sind hier sehr praktisch orientiert, durchaus anspruchsvoll, aber auch stark vom Engagement des Dozenten abhängig. Da der Studiengang mit einem Bachelor of Arts abschließt, sind die Kurse nicht sehr technisch, da vielen auch die Grundlagen dafür fehlen. Dennoch kann man sehr viel lernen und durch die konstante Mitarbeit auch seine Kenntnisse festigen.

Viele Einheimischen belegen hier 5-8 Kurse, stehen ständig unter Druck, arbeiten Nächte durch, können sich während der Vorlesung kaum noch wach halten und schlafen auch regelmäßig ein. Ihr Studentenleben genießen, können hier wohl die wenigsten und die Studiengebühren sind hier auch richtig teuer (ca. 8000SGD – die wir HdMler zum Glück nicht zahlen müssen), so dass einige extra viel belegen um ein Semester zu sparen.

Campus

Der Campus fühlt sich wie eine Kleinstadt an, neben Universitätsgebäuden und Wohnheimen gibt es hier ca. 10 Kantinen, McDonalds sogar mit Studentenpreisen, Starbucks, einen Supermarkt, mehrere kleine Kioske, einen Frisör, einen Computerladen, eine Arztpraxis, einen Sportplatz, ein Fitnessstudio und ein Schwimmbad . Bestimmt habe ich auch vieles vergessen oder erst gar nicht entdeckt!
Zudem gibt es vier kostenlose Buslinien, die auf dem Campus loopen und den fußfaulen Studenten schweißfrei zur Vorlesung fahren. Die Linie D verlässt sogar der Campus und fährt zur nächstgelegenen MRT-Station „Pioneer“.
Ein Großteil der Wege ist auch überdacht, so dass man bei Regen nicht klatschnass wird.

Zu Beginn des Semesters gibt es auch eine Art Messe, auf der sich die Clubs präsentieren, das Angebot ist riesig, z.B.: sämtliche Sportarten, die Möglichkeit seinen Tauchschein zu machen, Fotografie, Rhetorik, Astronomie, German Society, soziale Projekte – man kann die wilden Katzen auf dem Campus füttern!

Nahverkehr

Mit dem kostenlosen Shuttlebus D gelangt man zur nächstgelegenen MRT-Station  „Pioneer“. Des Weiteren fahren die Busse 179 und 199 von der MRT-Station „Boon Lay“ ab.
Zunächst ist es etwas verwirrend, da die Busse nur in eine Richtung fahren, es gibt auch keinen festen Fahrplan, es wird nur ein bestimmter Tackt eingehalten und leider werden auch keine Stationen durchgesagt, so dass Ortskenntnisse von Nutzen sind. Die MRT fährt allerdings in beide Richtungen.

Man sollte die Fahrzeiten durchaus nicht unterschätzen: bis man vom Campus zur nächsten MRT-Station gelangt, kann durchaus eine halbe Stunde vergehen, in die Innenstadt dauert es etwa eine Stunde, zum Flughafen Changi über 1,5 Stunden.

Nach Mitternacht ist man auf ein Taxi angewiesen, das mit Nachttarif nicht gerade günstig ist. So sollte man darauf achten nicht zu spät am Flughafen zu landen, da die Fahrt zum Campus schnell 80 SGD kosten kann, tagsüber sind es etwa 35 SGD.

Am ersten Tag in Singapur empfehle ich das Taxi zu nehmen, bei viel Gepäck direkt vom Flughafen aus oder  sonst von „Pioneer“. Zur Station “Pioneer“ gelangt man mit der grünen Linie direkt vom Flughafen „Changi“ aus, muss allerdings bei „Tanah Merah“ Richtung „Joo Koon“ umsteigen. Man wird es mit dem Bus kaum schaffen an der richtigen Haltestelle auszusteigen, wenn man noch nie auf dem Campus war.

Lebensunterhaltskosten

Diese sind in etwa vergleichbar mit Deutschland. Wenn man in den günstigen Kantinen isst, zahlt man für eine Mahlzeit ca. 2-5 SGD, in den Food Courts außerhalb etwas mehr. Lebensmittel sind nicht unbedingt günstig, „europäische“ Produkte sind deutlich teurer als bei uns. Guten Käse und Wurst sucht man vergeblich, Hygieneartikel wie Shampoo sind überraschenderweise sehr teuer (ca. 8-10 SGD). Alkohol und Zigaretten sind besonders besteuert und so auch extrem teuer. Man sollte sich also an seinem Budget in Deutschland orientieren.

Singapur, Hitze & die Strafen

Ich habe Singapur sehr ins Herz geschlossen, diese Metropole ist super modern und multikulturell. Ich war gerne in ethnischen Vierteln unterwegs, habe verschiedenste Food Courts ausprobiert und die an der Haupteinkaufstraße Orchard reihen sich nicht die Shops, sondern die Shoppingmalls.

Überhaupt scheinen Essen und Shoppen die Hauptfreizeitbeschäftigungen der Einheimischen zu sein, auch sonntags hat alles offen und die Öffnungszeiten sind weitaus länger als in Deutschland.

An die Hitze und Schwüle gewöhnt man sich relativ schnell, die Regenschauer dauern nicht sehr lang und fast alles ist überdacht. Die Klimaanlagen sind meist sehr kalt eingestellt. Einen blauen, wolkenlosen Himmel hat man nur selten, dennoch riskiert man, wie auch hier in Deutschland, einen Sonnenbrand, wenn man zu lange ungeschützt draußen ist.

Außer einigen alten Chinesen spricht jeder mehr oder weniger verständliches Englisch, so dass man sich gut verständigen kann. Nach einer Eingewöhnungsphase kam ich mit „Singlish“ ganz gut zurecht.

Viele denken bei Singapur zunächst an die harten Strafen, die zahlreichen Verbote und stellen sich ein Entwicklungsland vor. Das ist Singapur definitiv nicht, in vielen Bereichen ist der Stadtstaat sogar moderner als Deutschland.

Über die Strafen sollte man sich nicht zu große Sorgen machen. Drogenschmuggel wird mit dem Tod bestraft und es wird bei der Einreise verstärkt darauf hingewiesen. Dennoch zeigt sich der Zoll nicht besonders streng, ich wurde nur einmal kontrolliert weil ich Duty Free eingekauft hatte. Auf Bali hingegen musste ich am Drogenspürhund vorbei…
Einmal über Rot gehen kostet 500 SGD, in der MRT Essen oder Trinken 500 SGD, wenn man sich nicht an ein Rauchverbot hält sind es 1000 SGD! So streng ist es allerdings nur auf dem Papier, denn viele Einheimische gehen auch mal über Rot und das Trinkverbot in der MRT bezieht sich auch auf Wasser. Wenn man eine Weile unterwegs ist, kann das unangenehm werden und man sieht häufig alte Leute, die heimlich mit einem Strohhalm aus ihrer Tasche trinken.
Das Beste ist sich der Regeln bewusst zu sein und sich so gut wie möglich daran zu halten, ich habe jedenfalls noch von keinem gehört, dass er hätte zahlen müssen.
Der Vorteil von den ganzen Verboten ist, dass ich mich noch nie so sicher wie in Singapur gefühlt habe und die Stadt extrem sauber ist.

Auch die Wohnheimsregeln erscheinen auf den ersten Blick sehr streng und schreiben einiges vor und schränken z.B. Besuche ein. In der Realität werden diese kaum eingehalten, auch die Einheimischen feiern Zimmerpartys.

Singapur als Ausgangspunkt für Reisen

Kurztrips übers Wochenende bieten sich nach Malaysia an, von der MRT-Station „Kranji“ gelangt man zur Grenzstadt Johor Bahru und von dort fahren günstige Busse nach ganz Malaysia (ca. 10€ nach Kuala Lumpur). Mit der Fähre gelangt man zu den indonesischen Inseln Bintan und Batam, sehr beliebte Ausflugsziele unter Singapurern.
In der Semestermitte hat man eine Woche frei. Es gibt zahlreiche Billigflüge und man findet für durchschnittlich 50€ Flüge nach ganz Südostasien. Es empfiehlt sich nach Promoangeboten von Tigerairways, Air Asia, Jetstar und Scoot zu schauen und rechtzeitig zu planen, da sich richtige Schnäppchen machen lassen.

Kleine Tipps an meine Nachfolger:

  •  Asiaten wollen weiß sein und so enthalten viele Produkte Bleichmittel (auch Sonnencreme)
  • Niveasonnencreme 50+ (ohne Bleichmittel) kostet in Singapur 30 SGD für 100ml (20€) in Deutschland sind es 8€ für 200ml
  • Meine Regenjacke habe ich genau 1x angezogen!
  • Die Klimaanlagen sind eisig, also Strickjacke und Schaal nicht vergessen
  • In Canteen 13 gibt es Spaghetti Carbonara
  • Eine Steckerleiste aus Deutschland mitzubringen, kann sehr sinnvoll sein
  • Bei „Boon Lay“ gibt es die Mall Jurong Point mit dem 24h Supermarkt Fairprice im 3. Stock

Fazit

Singapur ist ein eindrucksvoller Stadtstaat  und ich hatte die Möglichkeit zahlreiche neue Erfahrungen zu machen. Unsere Partneruniversität NTU ist auf vielen Ranglisten nicht zu Unrecht weit oben anzutreffen. Wer audiovisuelle Medien studiert wird an der ADM sehr gut aufgehoben sein und viele Kurse in seinem Fachbereich finden. Ich bin in dieser Zeit auch über mich hinausgewachsen, mein Englisch ist deutlich besser geworden, selbst wenn die Grammatik nicht immer ganz stimmen mag. Ich habe andere Kulturen kennen gelernt, einen Einblick in deren Alltag erhalten, Asien zu schätzen gelernt, Leute aus den verschiedensten Ländern kennen gelernt. Und Singapur vermisse ich jetzt schon 🙂

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Abschied

Zwar ist es noch kein endgültiger Abschied von Singapur- ich kehre noch zweimal zurück – aber es fühlt sich schlimm an mein Zuhause aufzugeben. Ich habe gestern mein Zimmer leergeräumt und kam auf erschrekende 75kg! Mal schauen wie ich das nach Deutschland bekomme… 46kg + Hangepäck habe ich frei.

Koffer

Koffer

Das meiste ist nun eingelagert und heute morgen habe ich die Schlüssel abgegeben und gebe meine vertraute Umgebung auf. Die Office Lady drückt mich zum Abschied.
Ich habe mich mittlerweile in Singapur so gut eingelebt, dass es wirklich schwer fällt zu gehen. Ich freue mich aber schon darauf, die nächsten 6 Wochen zu reisen.
Es geht nun nach Kambodscha, danach Vietnam, wo ich zwei Freundinnen aus Deutschland treffe und wir zusammen Weihnachten feiern. Sylvester und die letzten Wochen verbringe ich in Australien.
Ich werde über meine Abenteuer berichten!

Alles hat ein Ende

Nun ist es über 2 Wochen her, dass ich die letzte Vorlesung hatte. Ja, das Semester ist rum… Die letzten Wochen vergingen wie im Flug.

Hier nun einige Eckdaten:
13 Wochen Vorlesung, 1 Woche Urlaub, 3 Fächer an 2 Tagen, etliche Stunden Hausaufgaben…

Ich hatte von den ECTS Punkten her etwa die Hälfte von dem was ich sonst in Deutschland mache bzw. was die Locals in einem Semester machen. Ich wollte meinen Stundenplan nicht überladen, um noch genügend Zeit zu haben Singapur und Nachbarländer zu erkunden. So hatte ich lediglich am Dienstag und Mittwoch Vorlesung…
Klingt wenig, ist es aber nicht. Das System ist hier etwas anders aufgebaut als an der HdM, ich habe nur Tutorials besucht, also keine Vorlesungen im eigentlichen Sinn. Es wird in einem Computerraum praktisch unterrichtet, ca. 20 Studenten, so dass der Dozent auf jeden einzelnen eingehen kann. Es gibt in der Stunde Aufgaben und auch für die Woche darauf reichlich Hausaufgaben. Schwänzen geht nicht, da Anwesenheitspflicht besteht und in die Endnote mitreinzählt. So arbeitet man konstant mit, hat über das Semester einige Abgaben und gegen Ende hin eine größere. Aber der Prüfungsstress ist ausgeblieben, es gab für meine praktischen Fächer nämlich keine!
In anderen Studiengängen ist es eher wie gewohnt: meine Mitbewohnerin studiert Verfahrenstechnik, hatte „klassische“ Vorlesungen, hat gerne mal geschwänzt, war die letzten 2 Vorlesungswochen im Urlaub und ist nun im Prüfungsstress…
Mein Studiengang ist praktisch, durch die Anwesenheitspflicht und die Abgaben wird man gezwungen regelmäßig mitzuarbeiten um nicht zurückzubleiben. Doch hat mich das leider zu sehr an die Schule erinnert, das meiste wurde uns vorgekaut, selbstständiges Lernen und erarbeitet eher nicht gefordert… Aber dank der zahlreichen Abgaben habe ich mein Zeitmanagement in den Griff bekommen und verschiebe nun nicht mehr alles nach hinten. Ich habe es (endlich?) gelernt nicht mehr alles auf den letzten Drücker zu machen 😉 Mit meinen Endabgaben hat das super geklappt, ich war fast eine Woche zu früh fertig! War aber auch besser so, weil die Abgabetermine leicht mit meinen Reiseplänen kollidiert sind…

Noch einige Details zu meinen Vorlesungen:
Editing: super nette Dozentin, die selbst mal an der ADM (meiner Fakultät) Studentin war, ich habe Final Cut zu schätzen gelernt und ziehe es nun Premiere vor… Ich habe einiges zur Geschichte des Schnitts und zu Schnitttechniken gelernt… Aber so weltbewegend sind meine neuen Erkenntnisse nun auch nicht.

Lighting & Rendering
Tja was habe ich hier gelernt? Wie man HDRIs und image-based lighting anwendet… Aber sonst? Um ehrlich zu sein, hat mich diese Vorlesung etwas enttäuscht, wir haben ein bisschen an Shadern gespielt, so gut wie nie Licht gesetzt und nur gegen Ende einen (nicht wirklich tiefen) Einblick ins Rendern bekommen. Warum heißt die Vorlesung dann so?

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Rigging
Sehr hoher Arbeitsaufwand! Ich saß pro Woche bestimmt 1-2 Tage an den Hausaufgaben! Und am Ende hatten wir einen Menschen gerigged, also das Skelett inkl. Controllern erstellt, das notwendig zum Animieren ist. Mit Hilfe seiner Videotutorials ließ sich diese Aufgabe gut meistern, allerdings ist durch das Nachmachen nicht alles wirklich hängen geblieben und verankert.

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Andere Austauschstudenten, die nicht von der HdM kamen, waren nicht in meinen Vorlesungen anzutreffen. Die Locals waren zum Teil extrem schüchtern und sin erst gegen Ende des Semesters aufgetaut, sehr schade, denn so entstanden einige Freundschaften erst sehr spät.

Fazit
Tolles Semester! Ich habe zwar nicht ganz so viel gelernt wie ich mir erhofft habe, aber dafür ganz viele tolle Erfahrungen gemacht, mich weiterentwickelt ( ich hätte mir vor 4 Monaten nie träumen lassen, dass ich alleine nach Tokyo reise und am Flughafen diesen Bericht schreibe) und festgestellt, dass alleine reisen viel mehr Spaß machen kann als in einer Gruppe…  Ah und das erwähnte Zeitmanagement 😉 Mein Englisch ist deutlich besser geworden und habe nun auch keinerlei Probleme mehr drauflos zu reden, selbst wenn die Grammatik nicht ganz stimmen mag. Ich habe andere Kulturen kennen gelernt, einen Einblick in deren Alltag erhalten, Asien zu schätzen gelernt Leute aus den verschiedensten Ländern kennen gelernt. Und Singapur vermisse ich jetzt schon 😉

Mein Rat: macht ein Auslandssemester, es wird euer Leben bereichern!

Bangkok oder die Dreistigkeit der Taxifahrer

Am Wochenende ging es wieder einmal auf Erkundungstour, diesmal Bangkok. Eine typische Metropole Südostasiens: geschäftiges Treiben, Verkehrschaos, dreckig Straßen, stinkende Kanäle, bunte Märkte, zahlreiche Tempel und dreiste Taxifahrer (dazu komme ich später noch).

So vielen Touristen wie in Bangkok bin ich bisher in Asien noch nicht begegnet, im Backpackerviertel trifft man zahlreiche andere, die gerade ihre Tour durch SOA starten oder zurückkommen – da falle ich als Wochenendtouristin, ausnahmsweise mit kleinem Koffer, doch eher aus dem Rahmen… Hier lässt es sich wunderbar die engen Gassen entlangschlendern, vorbei an Straßenständen mit Souvenirs und unfassbar günstigem Essen –  Massage- und Beautysalons versprechen Entspannung nach anstrengendem Shoppen oder Sightseeing.

Am ersten Tag ging es auf Erkundungstour, die dank mangelnder englischer Ausschilderung sehr spontan verlief. In Bangkok von Punkt A nach B zu gelangen kann zum Abenteuer werden: nimmt man ein Tuktuk hat man eine Achterbahnfahrt inkl. Auspuffgase vor sich, Expressbootfahren ist mehr ein Ratespiel an welchem Pier man wohl aussteigen sollte und als Fußgänger lebt man beim Überqueren einer X-spurigen Kreuzung sehr gefährlich.
Zunächst landete ich auf einem Markt, dessen Gassen hätten kaum enger sein können, billige Kleidung (1€ für einen BH), Essen (25ct), Lebensmittel, Ramsch und Kitsch lockten vor allem Einheimische an. Dann führte mich der Weg zum großen Palast, einem riesigen ummauerten Areal (bitte einmal herumlaufen um den Eingang zu finden) mit Palast und Tempel, den man nur mit langer Hose und bedeckten Schultern betreten darf. Mit ¾ Hose bekam ich dann noch einen Wickelrock verpasst, um den Rest meiner Unterschenkel zu bedecken –  netterweise durften Frauen mit ¾ Rock aber ohne weiteres rein… Sehr pompöse Anlage jedenfalls, mit überteuertem Eintritt, Audioguide nur gegen Reisepass oder VISA-Karte als Deposit erhältlich (gebe ich beides nicht aus den Händen). Es hätte aber vielleicht einer am Ticketschalter darauf hinweisen können, dass Sa & So einige Gebäude geschlossen sind. Dann ging es weiter zum Wat Pho, einem Tempel der einen riesigen liegenden Buddha (46m lang, 15m hoch) beherbergt, auch hier wieder fast einmal komplett um das riesige Areal gelaufen, da es keine Beschilderung gab… In diesem Komplex gibt es auch eine berühmte Massageschule, wo ich mir dann nach dem ganzen Laufen etwas Entspannung gegönnt habe, ich war sehr verspannt… Massiert wird hier am Fließband, naja fast, es reihen sich unzählige Liegen aneinander, Privatsphäre gibt es keine, geredet wird auch nichts. Der Andrang ist riesig, so dass es eine Warteliste gibt. Gelohnt hat es sich allemal, zwar doppelt so teuer wie im Backpackerviertel, aber hier kann man sich sicher sein an seriöse, gelernte Hände zu geraten. Zurück zum Hotel bin ich gelaufen, weil ich die Nase voll von Tuktuk und Taxifahrern hatte. Diese verlangten wohl das 5fache des üblichen Preises und ließen auch nicht mit sich verhandeln, wohl wissend, dass der nächste dumme Touri gleich um die Ecke kommt. Und nach einigen dummen Anmachen seitens der Fahrer (ja manchmal kann es richtig nervtötend sein, als Frau alleine zu reisen), habe ich es dann vorgezogen 1-2km zu Fuß zu gehen.

Am nächsten Morgen ging es früh los, zum schwimmenden Markt in Damneon, etwa 100 km südwestlich von Bangkok, die letzten Kilometer wurden dann noch im Langboot zurückgelegt. Enge Kanäle schlingen sich durch Pfahlbauten, Händler verkaufen ihre Waren vom Boot oder Land aus. Was einst wohl sehr traditionell war, ist heute nur noch touristisch, Einheimische würden sich wohl kaum hierher verirren. Dennoch eine schöne Erfahrung mit einigen Schrecksekunden, da die Boote sehr wackelig sind und bei der kleinsten Gewichtsverlagerung der Passagiere schnell ins Wanken geraten. Einige Touristen haben das erst nach einer Ewigkeit und einem fast gekenterten Boot verstanden…

Wieder in Bangkok war mir die Lust aufs Tourisein und Sightseeing dann schon mehr oder weniger vergangen, also machte ich mich zum Shoppen in die riesigen Malls auf. Eine größer als die andere, die MBK ist größte Ramschparadies aller Zeiten (hier gibt es alles sowohl Klamotten als auch Elektro – aber dass die Waren echt sind, bezweifle ich) und gleich nebenan im Siam gibt es einen Luxusladen nach dem anderen. Zum Abschluss bin ich im Siam Paragon ins Kino, wird schließlich als Top 6 der Sehenswürdigkeiten in Bangkok (!) von Tripadvisor gepriesen – nun ja, gutes Kino, aber auch wieder nicht so einmalig.

Die Taxifahrt nach Hause sollte auch zum besonderen Erlebnis werden…
Taxifahren ist in Bangkok nun mal sehr günstig, aber noch lange kein Grund Touristen am laufenden Band abzuzocken. Dass man bei Tuktuks den Preis verhandeln muss, ist nichts Neues, genauso wie Taxis mit Taximeterschild auf dem Dach und Fahrer, die sich weigern diesen einzuschalten, auch keine Seltenheit sind. Nun gut, nachdem mich zahlreiche Taxis abgewiesen hatten, saß ich endlich in einem das mich mit Taximeter nach Hause bringen sollte. Wie sich schnell herausstellte konnte der Fahrer fast kein Wort Englisch, also habe ich ihm mit Handy und Google Maps klargemacht wo ich hinwollte. Soweit so gut, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, also gleich mal mit GPS gecheckt wo er mich denn nun eigentlich hinfährt. 1. Umweg, der sei ihm noch gegönnt… „Abkürzung“ um evtl. Staus zu entkommen… Naja… Ein paar Minuten später wieder ein Blick auf das GPS: Wo zum Teufel fährt der mich gerade eigentlich hin? Ich frage höflich nach, ob er denn den Weg wüsste – keine klare Antwort – sein Englisch ist nicht zu verstehen. Also zeige ich ihm meine Karte mit GPS und frage verwundert nach, warum wir ca. 2 km vom Weg abgekommen sind – er fühlt sich nicht ertappt, fährt mich nun aber endlich in die richtige Richtung. Eigentlich sollten wir gleich da sein, ich halte ihm immer noch mein Handy als Wegweiser vor die Nase und sage ihm wo ich hin will. Und ehe ich mich versehen kann, nächster Umweg, obwohl wir eigentlich schon fast da waren – mal schnell über die große Brücke zum anderen Ufer. Jetzt reicht‘s. Immer ruhig bleiben und lächeln… Ich bitte ihn zu wenden, was er natürlich nicht macht und stattdessen mit einem riesigen Umweg wieder zurück zum anderen Ufer fährt. Da reicht es mir endgültig, ich lasse ihn stoppen, entschlossen die letzten 500m zu laufen, was wohl deutlich schneller geht als darauf zu hoffen, dass der gute Fahrer endlich die richtige Richtung findet. Und er hält tatsächlich, mimt aber immer noch den Unschuldigen, zum Dank für den guten Service gibt’s noch 3 Baht Trinkgeld 😉 Ich steige kopfschüttelnd aus dem Taxi: wie dreist kann man eigentlich nur sein??? Diese Fahrt hatte mir dann endgültig die Lust aufs Tourisein in Bangkok verdorben. Der Plan für den nächsten Tag: Kochkurs und Spazierengehen, wer brauchst schon Taxis?

Der Kochkurs war großartig, nichts besonders an sich, aber das Essen war fantastisch und ich weiß nun, wie man es zubereitet. Wir waren eine bunte Truppe, ein Indonesier, einer aus Dubai, eine Kanadierin und ich. Wir waren noch kurz einkaufen: Gemüse, Gewürze und Teigfladen für Frühlingsrollen, die vor unseren Augen hergestellt wurden. Es wurde gesungen, gekocht und gegessen… Ich freue mich schon aufs Nachkochen, bin mir aber nicht ganz sicher, ob ich alle Zutaten in Deutschland bekomme. Am besten die Bilder durchklicken, dann seht ihr was ich nun leckeres kochen kann 😉

Später ging es dann doch nochmal auf Sightseeingtour, allerdings zu Fuß, u.a. zum goldenen Berg, der einen guten Ausblick über die Stadt gewährte und nebenbei erwähnt auch keine Touristenabzocke ist und erstaunlicherweise sogar ausgeschildert ist. Später habe ich mir dann mal wieder eine Massage gegönnt, die ich mir nach dem ganzen Laufen auch verdient hatte. Und ich gehe jede Wette ein, dass die 1,5h Massage billiger waren, als Taxi zu fahren! 😀

Bali & Gili

Ich sitze gerade im Flieger zurück nach Singapur und wo soll ich nur anfangen zu erzählen?
Jedenfalls hatte ich eine wundervolle Woche, bin viel herumgekommen und muss gestehen, dass ich mich in die Landschaft verliebt habe… Doch nun alles der Reihe nach:

Dienstag – Ankunft in Bali
Mein Flug ging sehr früh und so musste ich um 5h morgens aufstehen (3h Schlaf), andererseits hatte ich so fast den ganzen Tag in Bali. Den ersten Tag habe ich in Kuta verbracht, der Touristenstadt schlechthin: man kommt keine 5 Meter weit ohne von Verkäufern angesprochen zu werden! Da heißt es dann meist: Excuse me Darling / Bro‘, wanna look? (Ich denk mir dann jedes Mal: Ich bin nicht dein Darling und jetzt lass mich in Ruhe!) Überall Souvenirshops, Massageangebote, an jeder Ecke ein Tattoostudio und nicht zu vergessen die Mopeds, die das Straßenbild dominieren. Es kann sehr anstrengend werden durch die Straßen zu laufen: wirft man auch nur einen Blick zu viel auf etwas wird man von den Verkäufern verfolgt. Beinahe jedes Taxi hupt einen an, in der Hoffnung auf Kundschaft, ständig wird man angesprochen ob man ein Transportmittel (also Moped) benötigt, eine Massage möchte, sich die Haare flechten lassen möchte, kopierte DVDs kaufen möchte… und nachts werden einem dann sogar noch Drogen angeboten, auf Drogenbesitzt steht in Indonesien aber wohlbemerkt die Todesstrafe… Aber Magic Mushrooms sind offenbar legal und an jeder Ecke im Laden käuflich – versteh das mal einer!
Verkehrsregeln gibt es auf Bali auch nicht wirklich, hier gibt es nur 2 Regeln: immer Hupen (beim Überholen = Nationalsport, an unübersichtlichen Stellen, usw.) und ja nicht in eine Polizeikontrolle geraten (falls doch ist meist mit „Bußgeldern“ zu rechnen, da die Polizei sich gerne etwas dazuverdient, auch wenn man nichts getan hat).
In Kuta ist also immer etwas los, am besten dunkle Sonnenbrille aufziehen, sich taubstellen und stur vorbei laufen…

Ich habe einige Stunden am Strand verbracht, der zahlreiche Surfer anzieht und zum Sonnenbaden einlädt. Später bin durch die Gassen geschlendert, zahlreiche kleine Tempel mit Blumenopfer bewundert und habe im art market ein paar typische Mitbringsel gekauft. Am Abend ging es ich dann zusammen mit anderen Deutsche richtig lecker BBQ essen und am nächsten Tag zu den Gili Inseln.

Mittwoch – Gili Trawangan

Per Speedboot ging es zu den kleinen Gili Inseln, die zu Lombok gehören… Hier sind keine motorisierten Fahrzeuge erlaubt, also gibt es Pferdekutschen! Doch die Pferde sehen meist ziemlich ungesund und abgemagert aus und wie wir später erfahren haben, kommt das daher, dass die Pferde aus Kostengründen mit Salzwasser getränkt werden und so nur noch eine Lebenserwartung von ca. 2 Jahren haben. Arme Tiere… Wir sind auf der Hauptinsel Trawangan gelandet, auch die Partyinsel genannt. An der Hauptstraße  direkt am Strand reihen sich Restaurants, Cafés (mit Magic Mushroom Shakes), Unterkünfte, Shops und Tauchschulen. Dennoch geht es hier viel gemütlicher als in Kuta zu, die Händler sich nicht so aufdringlich, man kann nicht von Mopeds angefahren werden, nur von Pferdekutschen überrannt werden 😉 Wir haben dann zum Glück recht schnell eine Unterkunft gefunden: ein Hostel, das erst gerade aufgemacht hat und noch nicht einmal alle Zimmer fertig renoviert waren. Es wirkte sehr gemütlich und moderen im Gegensatz zu anderen Unterkünften, die nicht sehr vertrauenserweckend aussahen und ihre beste Zeit schon hinter sich hatten!

Dank Regentag wurde es sehr ein sehr gemütlicher, fauler Tag: Im überdachten Restaurant direkt am Meer Schnitzel(!) schlemmen und später auf der überdachten Dachterrasse des Hostels faulenzen und einen Tätowierer bei seiner Arbeit beobachten. Einige Gäste haben sich hier stechen lassen, als Desinfektionsmittel wurde zunächst Bier, dann Handhygienegel benutzt, Handschuhe wurden später nachgekauft… Von sterilen Nadeln und AIDS hat hier noch nie jemand etwas gehört 😉

Donnerstag – Tauchen und Schnorcheln auf Gili Trawangan

Endlich gutes Wetter, also ab ins Wasser! Zunächst war ich vom Strand aus Schnorcheln, glasklares Wasser, viele Fische und künstlich angelegte „Rankhilfen“ für Korallen, u.a. in Form eines Motorrades. Später ging es mit dem Tauchboot zum Sharkpoint, Riffe in 18m Tiefe bestaunen 🙂 Riffhaie habe ich leider keine gesehen, dafür jede Menge Fische und Riesenschildkröten. Abends war ich noch auf dem Niachtmarkt und habe mir den Bauch mit indonesischen Köstlichkeiten zugeschlagen.

Freitag – zurück aufs „Festland“

Am Morgen bin ich alleine zurück nach Bali, diesmal zur Westküste, wo ich den Tag in dem verschlafenen Ort Candidasa verbracht habe. Mein Hotel lag direkt an der Küste, das Restaurant unmittelbar am Meer und mein Zimmer hatte Meerblick… Ein Traum… Vom Hotel aus habe ich eine Tour gebucht und es ging mit dem Moped 3 Stunden auf Erkundungstour in der Umgebung. Ich hatte einen Fahrer, saß also hinten drauf. Ich bin noch nie Moped oder Motorrad gefahren und kann nur sagen: es ist ein tolles Gefühl und ich habe die Fahrt richtig genossen. Die Landschaft war idyllisch: kleine Dörfer, Reisterrassen, Palmenhaine, Vulkanlandschaften. Den ersten Zwischenstopp haben wir in Titra Gangga eingelegt um den Wasserpalast zu besichtigen. Die Atmosphäre war hier so romantisch und nur wenige Touristen störten die friedliche Stille, eine schöne Gartenanlagen und zahlreiche Wasserbecken und Brunnen luden zum Verweilen und Entspannen ein. Das nächste Ziel war wieder ein Wasserpalast, diesmal in Ujung. Die Anlage war nicht ganz so atemberaubend wie die erste, aber dennoch ein wunderbarer Ort für einen Spaziergang. Den späten Nachmittag habe ich an einem einsamen weißen Sandstrand verbracht und dem Rauschen des Meeres zugehört. Es war ein wundervoller Tag und spätestens jetzt hatten mich Bali und seine Landschaft in ihren Bann gezogen.

Samstag – Wracktauchen in Tulamben

Die Tauchschule hat mich morgens abgeholt und in das 1,5 Stunden entfernte Tulamben gefahren, wo direkt vor der Küste die U.S.A.T. Liberty liegt, ein Relikt aus dem 2. Weltkrieg. Mein balinesischer Tauchlehrer war auch mit im Auto und ich hatte wohl das interessante Gespräch der Woche während dieser Fahrt. Es war faszinierend direkt mit Einheimischen zu reden und ich habe tiefe Einblicke in ihr Leben bekommen. Getaucht wurde vom Strand aus, das Wrack liegt keine 100m vom Ufer weg und wer jetzt ein unversehrtes Schiff erwartet liegt falsch, das Meer und seiner Bewohner hatten es sich hier schon sehr gemütlich gemacht.
Am Abend ging es dann zurück nach Kuta und da mein Hotel Stromausfall hatte, musste ich mich im Kerzenlicht zurechtfinden. Deshalb bin ich dann schnell zum Italiener geflohen, um nach zwei Monaten Pizzaentzug endlich wieder eine frische Steinofenpizza zu genießen und ich habe dabei noch eine nette Bekanntschaft mit einem Kalifornier gemacht.

Sonntag – Ubud und Umgebung

Wie immer bin ich früh aufgestanden, um etwas vom Tag zu haben und diesmal habe eine Tour nach Ubud gemacht. Es ging durch zahlreiche Städte, Reisterrassen und Dörfer, die sich auf Kunsthandwerk spezialisiert haben. Ich habe Frauen beim Weben von Stoffen und Herstellen von Batik beobachtet, Künstler beim Schmieden, Meißeln und Malen… Einige Kunstwerke hätten sich hervorragend im Wohnzimmer oder im Garten gemacht, allerdings ist es mir rätselhaft, wie ich ein quadratmetergroßes Gemälde oder eine 100kg schwere Skulptur nach Deutschland transportiert hätte. In einer Kaffeeplantage habe ich Kopi Luwak probiert, auch Katzenkaffee genannt, die teuerste Kaffeesorte der Welt, die aus Exkrementen hergestellt wird. Klingt ziemlich ekelhaft, schmeckt aber lecker! Ich hatte meine 5€ teure Tasse schwarz, der Kaffee war angenehm mild und doch sehr aromatisch, Milch habe ich nicht vermisst – obwohl ich meinen Kaffee ja am liebsten mit viiieel Milch trinke. Später ging es weiter hinaus, auf einen Hügel mit bester Aussicht auf den Vulkan Batur, anderen Bergen und dem Batursee.
Im Affenpark bei Ubud kam ich hautnah an unsere tierischen Verwandten heran und einer ist mir sogar (ungefragt) von hinten auf die Schultern gesprungen. Es war ein sehr erlebnisreicher Tag und um die nächsten 2 Monate in Singapur zu überleben gab es wieder Pizza 🙂

Montag – Surfen, Massage und Abflug

Letzter Tag und Pflichtprogramm für jeden Touristen! Am Vormittag ging es Surfen und die Bedingungen waren traumhaft, als ich letztes Jahr in Südfrankreich meine Stehversuche auf dem Brett gestartet hab, war es dort weitaus schwieriger! Später habe ich dann noch bei einer Massage entspannt und feststellen müssen, dass ich mir pünktlich zum Ende des Urlaubs noch einen kleinen Sonnenbrand geholt habe!

Bali war traumhaft, touristische Städte sind dank der Händler etwas anstrengend, aber das Wetter, das Meer und die idyllische Landschaft entschädigen. Ich wäre gerne noch ein paar Tage geblieben und bin mir auch sicher, dass ich hierher zurückkommen werde!

Eat. Sleep. Dive. – Tauchkurs auf Tioman, Malaysia

Essen, Schlafen, Tauchen! Was soll ich sagen? Mehr habe ich dieses Wochenende nicht gemacht.

Ich hatte schon an 2 Wochenenden dieses Semester Theoriestunden und Poolsession und habe die Basics gelernt – dieses Wochenende ging‘s dann auf die Insel Tioman in Malyasia um meinen PADI Open Water Tauchschein zu machen. Das ganze lief über den Divers Club meiner Uni, wir waren also bestimmt 70 Leute, viele Einheimische und ein paar Austauschstudenten.

Am Freitagabend ging‘s los: wir sind mit dem Bus ca. 3h nach Mersing gefahren um dort in die Fähre nach Tioman zu steigen, nochmal ca. 3h Fahrt. Letztendlich waren wir dann um 3h morgens vor Ort in unserem „Resort“, eine ziemliche Absteige, Duschen war eigentlich nur mit Eimer möglich, aber was soll‘s wenigstens keine Tiere im Zimmer und wir waren sowieso die meiste Zeit auf dem Tauchschiff.

Am nächsten Tag ging es morgens früh los, ein Tauchgang vor dem Mittagessen, zwei danach. Die ersten Tauchgänge waren dazu da nochmal das im Pool Gelernte aufzufrischen, die Grundlagen: Atemregler raus/rein/suchen, Tauchmaske putzen/abnehmen, Notfälle simulieren, Notaufstieg, usw…

Mein erster Tauchgang war nicht sehr spaßig, ich war eine der ersten, die runtergeht und musste unter bei einem Seil warten, bis alle unten waren. Ich hatte zu wenig Gewichte dabei und musste mich an dem Seil festklammern um nicht aufzutreiben, hab mir die Füße an einer Koralle aufgeschürft, und schließlich so viel Wasser in die Nase bekommen, dass sie nicht mehr aufhören wollte zu laufen… Naja nicht die idealen Bedingungen für einen spaßigen Tauchgang. Der zweite Tauchgang war dank passender Gewichte besser, aber hatte enorme Probleme mit dem Druckausgleich, meine Ohren haben auch an der Oberfläche noch leicht wehgetan. Deshalb habe ich den dritten Tauchgang ausgelassen und war stattdessen schnorcheln.

Am nächsten Tag war dann alles wieder gut, wir hatten wieder 3 Tauchgänge und diesmal hat es richtig Spaß gemacht, ich hab auch den Druckausgleich gemeistert und wir sind an den Riffen entlang getaucht, haben viel zu sehen bekommen und waren bis zu 16m weit unten. Ich habe dabei auch einige Fotos und Videos mit meiner GoPro gemacht. Und wollte am Ende gar nicht mehr aus dem Wasser raus!

TADAAA: Ich bin nun PADI Open Water Diver und darf nun mit einem Tauchpartner 18m tief tauchen.

Am Abend saßen wir dann alle nett zusammen und haben auf unseren Tauchschein angestoßen und da Tioman Duty Free Zone ist, sind hier die Preise sogar mal annehmbar…

War also ein richtig tolles Wochenende, Tauchen macht richtig Spaß, ich habe viele nette Leute kennen gelernt und schaff es nun sogar ca. 20 Chinesen euhm Singapurer voneinander zu unterscheiden (Böse aber wahr), an den Namen scheiter‘s aber noch!

Hier noch ein paar Eindrücke, Video folgt in nächster Zeit…

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Lantern Festival, Chinese Garden

Zurzeit findet das chinesische Mondfest, auch Mittherbstfest statt. Da Singapur doch sehr chinesisch geprägt ist, findet man Laternen als Straßendekoration oder an den Ufern bunte, leuchtende Figuren, in den Supermärkten werden Mooncakes (Mondkuchen) verkauft, auf den Straßen werden kleine Feuer entfacht um böse Geister zu vertreiben… Und wo könnte man dieses Fest besser erleben als im chinesischen Garten?

Hier steht alles im Zeichen der Märchenwelt: riesige, leuchtende, kitschige Figuren stellen bekannte Märchen dar. Überall glitzert, blinkt und funkelt es, so habe ich mir wahrhaftig ein chinesisches Fest vorgestellt. Aus Lautsprechern dröhnen traditionelle Gesäge, Straßenverkäufer versuchen ihre Ware an den Mann zu bringen und der Duft von gerösteten Nüssen und Hüpfburgen schaffen eine seltsam bekannte Jahrmarktsatmosphäre.

Die kitschige Romantik kommt am besten nach Sonnenuntergang zur Geltung, dann gibt es auch noch eine Veranstaltung mit chinesischen Gesängen, Akrobaten die keine Knochen zu besitzen scheinen und einer Zauberkünstlerin mit Masken…Sinnflutartiger Regen hat uns zu Gefangenen des Festzeltes gemacht und die Show ging so länger als geplant.

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Und heute gibt’s sogar noch ein Video: